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21 Sep

Ihr Rezept für wirksame Werbetexte!

Wir alle werden doch jeden Tag aufs Neue mit den unterschiedlichsten Werbetexten konfrontiert: auf Internetseiten, in Onlineshops, in Werbebriefen, die wir per Post oder E-Mail erhalten, auf Bannern, Flyern und Anzeigen, die uns auf großen Häuserwänden entgegenspringen … Dabei sind wir immer wieder gefesselt von den kreativen, bildhaften Slogans, Anschreiben oder Anlesern, die aus der Masse herausstechen.

Damit Ihre Texte nicht im Einheitsbrei versinken, halten Sie sich einfach an folgendes Rezept: Hier eine Prise Wortwitz, dort etwas Personalisierung und vor allem eine große Portion Struktur – das ist es doch, was dem Leser schmeckt.

Was alle Textrezepte vereint: Sie sollen uns motivieren, weiterzulesen und – vor allem – zu handeln. Mit einem wirklich wirksamen, gut schmeckenden Werbetext schafft man es, dass der Leser ein Produkt bestellt, direkt anruft oder mehr über die Firma, die Dienstleistung erfahren will.
Doch wie gelingt es uns, mit einem Werbetext Aufmerksamkeit zu erreichen? Welche Zutaten gehören unbedingt hinein und welche Zutaten verderben den Brei?

Zutaten:
Worte
Metaphern
Personalisierung
Expertenwissen
Struktur

So geht's:

1. Die richtigen Worte
Ihr Ziel sollte es sein, das Kopfkino beim Leser in Gang zu bringen. Das schaffen Sie, indem Sie mit Ihren Texten Bilder kreieren, die der Leser der Texte direkt vor Augen hat. 
Bildhafte Verben sind das A und O: Verwenden Sie deshalb lebendige Verben, die Bilder erzeugen und schnell die Vorstellungskraft des Lesers in Gang bringen: Aus dem gewöhnlichen „laufen“ sorgen Sie mit „schlendern, sprinten, stolzieren“ für klare Bilder im Kopf des Lesers, oder? Schreiben Sie nicht „nehmen“, sondern „ packen, wirbeln, jagen“. So haben Sie doch direkt ein Bild im Kopf.

Raus mit den Hilfsverben:
Im Gegensatz zu aktiven, bildhaften Verben nehmen Hilfsverben Ihrem Text den nötigen Schwung „Können, müssen, würden, sollen“ haben in Ihrer Werbetext-Rezeptur nichts verloren. Sie wollen ja schließlich direkt auffordern, also: „Bestellen Sie“ und nicht „Können Sie bestellen“.

Aber auch mit bildhaften Substantiven und Adjektiven schaffen Sie es, Ihre Texte anschaulich und ausdrucksstark herauszustellen. "Federleicht" ist doch viel aussagekräftiger als "besonders leicht" und "Mordsgaudi" vermittelt mehr Emotionen als "richtig viel Spaß", oder?

2. Die richtige Wortlänge
Entfernen Sie zu lange, unüberschaubare „Wortmonster“ aus Ihren Texte. Denn eins ist ganz offensichtlich: Kurze, zumeist zweisilbige Wörter, schaffen es eher ein Bild zu erzeugen als 3- oder 4-silbige Wörter: „Tolle Herbstkirmeshighlights“ ist eindeutig schwerer zu lesen als „Tolle Highlights zur Herbstkirmes“.
Wörter lassen sich außerdem wunderbar auf das Wesentliche reduzieren, wenn Sie überflüssige Vorsilben weglassen. Schreiben Sie „senden“ und nicht „übersenden“, „liefern“ und nicht „ausliefern“ und vermeiden Sie möglichst das Passiv.

3. Ein Hauch Metaphern
Ob Baumkrone, Wüstenschiff oder kreative Köpfe: Mit bildhaften Vergleichen und Metaphern schaffen Sie ganz konkrete Bilder und beflügeln so die Vorstellungskraft der Leser. So schreiben Sie nicht sachlich monoton, sondern regen ganz anschaulich die Vorstellungskraft Ihrer Zielgruppe an. Schließlich wollen Sie begeistern und mitreißen und nicht gradlinig und emotionslos von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung berichten. Also holen Sie ruhig mal einen bildhaften Vergleich aus der Tasche oder beschreiben symbolisch, was Ihr Produkt bewirkt. 

4. Eine Portion Personalisierung
„Sie, Ihr, Ihnen“ ist deutlich persönlicher als „man“. Sprechen Sie das Publikum mit Ihren Texten direkt an (je nach Zielgruppe natürlich auch mit dem „Du“). Stellen Sie den Leser in den Vordergrund und nicht sich selbst. Der Vorteil für „Sie", für die Leser, muss klar herauskommen und nicht die Betonung des „Wir und Uns“.

5. Eine kleine Prise Expertenwissen
Zeigen Sie, dass Sie der Experte sind und bauen Sie wichtige Referenzen oder Umfragewerte in Ihren Text ein. So kommt eine dritte Person (oder gleich mehrere Personen) zu Wort, die Ihre Aussage stützt und belegt. Das schafft Eindruck beim Leser und wirkt unterstützend für Ihre Aussagen.

6. Ganz viel Struktur
Schreiben Sie keine unübersichtlichen Textblöcke, sondern gliedern und strukturieren Sie Ihren Text. Nutzen Sie Headlines und Zwischenüberschriften, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und fügen Sie klare Absätze ein. Erläutern Sie Schritt für Schritt Ihr Anliegen und das möglichst leserbezogen. Sie selbst kennen Ihr Produkt in- und auswendig, ein neuer Leser hört aber vielleicht zum ersten Mal davon. Stellen Sie deshalb immer den Vorteil Ihrer Dienstleistung, Ihres Produktes in den Vordergrund, sodass der Leser einen Anreiz erhält, neugierig wird und mehr erfahren möchte.

Von diesen Zutaten lassen Sie lieber die Finger:
- Zu viele Fachwörter
- Ständige Wiederholungen
- Superlative, Übertreibungen

Na dann, viel Spaß beim Nachkochen! Und immer schön ans Rezept halten ... 

Gelesen 1223 mal Letzte Änderung am Samstag, 31 Oktober 2015 11:35